Wii-Fit macht fitter – oder?

Das Spielen von Computerspielen war jahrelang negativ behaftet. Statt sich an der frischen Luft zu bewegen, hockten Kinder und Jugendliche stundenlang vor dem Bildschirm und bewegten dabei höchstens die Finger am Controller der Spielekonsole. Nintendo hat als Gegenentwurf zur herkömmlichen Spielekonsole die Wii auf den Markt gebracht. Dieses Gerät verbindet das Computerspielen mit Bewegung und Interaktivität. In vielen der Spiele bekommt man ein Gerät in die Hand gedrückt. Diese reichen von Gitarren, über Lenkräder zu Schaumstoffschwertern. Der Controller selbst lässt sich ebenfalls nur durch Bewegung kontrollieren. Doch mit der Wii-Fit hat Nintendo noch einen Schritt weiter gedacht. Es ist das erste virtuelle Fitnessstudio für die Spielekonsole.

Wie es funktioniert

Das Spiel wird mit dem Balance Board ausgeliefert, ein weißes Brett mit kleinen Füßen dran. Praktisch an dem Board ist, dass es ohne Kabel funktioniert. Es wird einfach auf den Boden gestellt und per Knopfdruck mit der Konsole synchronisiert. Für die Spiele von Wii-Fit muss sich der Spieler auf dieses Brett stellen. Sensoren messen wie man sich auf dem Board bewegt. Es erkennt die genaue Bewegung des Spielers und misst mit Drucksensoren die Verlagerung des Körpers. Die Wii kommt so in eine neue Dimension. Nicht mehr nur die Arme werden bewegt, sondern der gesamte Körper. Und das kann anstrengend werden.

Zunächst werden die Körperdaten abgefragt. Man gibt die Größe und das Alter an und wählt dann seinen virtuellen Charakter – den Mii aus. Diese Figur stellt der Spieler in den folgenden Übungen nun dar. Das mag anfangs albern klingen, ist aber sehr motivierend im weiteren Spielverlauf. Man fühlt sich durch den virtuellen Charakter in das Spiel mit einbezogen und identifiziert sich ein Stück weit mit der bunten Comicwelt, die auf dem Bildschirm flimmert.

Wenn die Daten eingegeben sind, fängt das Board an das erste Mal unerbittlich zu sein. Es stellt das Gewicht und den Body-Mass Index fest. Auch wird ein erster Balancetest durchgeführt. Da das Board auf die kleinsten Bewegungen reagiert ist es gar nicht so einfach die richtige Position zu finden. Es merkt nämlich in den meisten Fällen, ob man schummelt.

Was man damit erreicht

Sind diese ersten Einstellungen gemacht, stehen die ersten Übungen zur Auswahl. Zunächst sind es 16 Stück in vier Kategorien: Yoga, Balance, Muskeltraining und Aerobic. Wer fleißig traininert, dem erschließen sich auch weitere Level. Insgesamt gibt es 40 Übungen.
Die Balance und Aerobicübungen sind am spielerischsten angelegt. Man tritt mit seinem Mii gegen andere Spielfiguren an. Diese spielen einem Bälle beim Fußball zu oder turnen gemeinsam auf dem Bildschirm. Man fühlt sich beim Training vor dem heimischen Fernseher also keinesfalls allein.
Vor allem packt einen der Ehrgeiz, die Übungen richtig zu machen. So wiederholt man sie so oft es geht und kommt dadurch schon ins Schwitzen.

Die Wii-Fit kann ein Training im Fitnessstudio natürlich nicht ersetzen, denn die Konsole kann nicht immer erkennen, ob man alles richtig macht. Sie erkennt die richtige Gewichtsverlagerung und auch ob man sich wirklich bewegt. Kann aber nicht sagen, ob die Atmung stimmt oder der Rücken grade ist. Trotzdem hält die Wii-fit durchaus fit, denn sie ist interaktiver als ein Heimtrainer vor dem Fernseher. Man beteiligt sich freiwillig an den Spielen, weil diese Spaß machen und man fühlt sich in das Spiel integriert durch die anschauliche Gestaltung. Außerdem spornt es an, sich zu verbessern und man kann seine Trainingsergebnisse mit anderen Wii-Fit Nutzern teilen.

Datum & Uhrzeit: 30.05.2009, 14:27 Uhr - Kategorien: NIntendo Wii
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