Spaß auf der Konsole, Ernst vor Gericht

Während Computerspiele nach wie vor hauptsächlich mit den gängigen Steuergeräten (Maus, Tastatur, Joystick, Lenkrad, Pad) gespielt werden, werden Wii, PS3 und XBox 360 immer interaktiver.
Sportspaß, Fitness und Karaoke liegen voll im Trend. Sogar Musik wird auf den Spielkonsolen gemacht. Singend und Gitarre-spielend gilt es, den Highscore aufzustellen und dabei die Songs seiner Idole, den großen Stars des Musik-Business zu performen.
Doch obwohl die Spiele-Hersteller die Lizenzen der Künstler erworben haben, damit Spieler deren virtuelle Gegenstücke steuern können, entbrennen immer wieder Streits darum, ob die Spielfiguren wirklich zu allem benutzt werden dürfen.
Den Anfang machte Courtney Love. Sie beschwerte sich, dass der Avatar mit dem Ebenbild ihres toten Ehemanns Kurt Cobain – seines Zeichens Sänger und Anführer der legendären Grunge-Band Nirvana – im Spiel “Guitar Hero 5″ Titel von Bon Jovi und anderen singen würde. Dies habe sie mit ihrer Zustimmung nicht beabsichtigt. Hätte sie davon gewusst, hätte sie den Produzenten die Mitarbeit verweigert.
Auch die Mitglieder der Band No Doubt laufen Sturm. Deren Avatare machen das Spiel “Band Hero” unsicher. Gewn Stefani & Co finden es aber überhaupt nicht witzig, auf Konsolen in der ganzen Welt zu einem “virtuellen Karaoke-Zirkus Act” degradiert zu werden. Die Gruppe strengte daher nun sogar eine Klage wegen Vertragsbruchs und betrügerischer Täuschung an. Man habe sich lediglich damit einverstanden erklärt, dass die No Doubt-Avatare die drei in dem Spiel verwendeten Songs der Band performen könnten und sei schockiert, dass die Spielfiguren auch die Titel anderer Gruppen spielen würden und es sogar möglich sei, mit den einzelnen Band-Mitgliedern alleine zu spielen und diese Songs singen zu lassen, die überhaupt nicht zu ihrem Geschlecht passen würden.
Bei Activision sieht man sich im Recht, es gebe eine schriftlich abgegebene Erklärung, dass die Band mit der Verwendung ihrer Charaktere im Spiel einverstanden sei. Die Verhandlungen seien von Repräsentanten der Band geführt worden, die über mehrere Jahrzehnte Erfahrung in der Unterhaltungsindustrie verfügen würden. Deshalb sei man fest davon überzeugt, die Band und ihre Mitglieder im Spiel so benutzen und darstellen zu dürfen, wie man dies getan habe.
No Doubt fordern eine einstweilige Verfügung und Schadenersatz.

Datum & Uhrzeit: 05.11.2009, 17:40 Uhr - Kategorien: Allgemein
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