Archäologie: Pong
admin am 4. Juni 2010
Es gilt als die Mutter aller Videospiele, und das Prinzip ist genial: zwei Striche und ein Punkt sind die Protagonisten in einem Spiel, das die Freizeitkultur fundamental verändern sollte.
Sicherlich, es gab auch schon Videospiele vor Pong, die zu spielen das Vergnügen allerdings nur einige wenige Wissenschaftler hatten. Aber die Geschichte wird ja stets von den Siegern geschrieben, und so wie nicht Adams erste Frau Lilith als Mutter der Menschheit gilt, sondern die unterwürfige Eva, die aus seiner eigenen Rippe modelliert wurde, wird der Beginn der Historie der Videospiele meist auf das Erscheinen von Pong datiert. Bereits 1946 wurde ein mathematisches Computerspiel programmiert; als erstes wirkliches Videospiel gilt „Tennis for Two“ aus dem Jahre 1958, erforderte allerdings noch eine Apparatur mit einer Breite von fünf Metern – allerdings ist das Game nach heuter Betrachtung als prähistorisch einzuordnen, ist aber in der Tat gewissermaßen ein direkter Vorläufer von Pong, insofern als es sich bereits um eine Tennissimulation handelte, wenn auch mit aus anderer Perspektive.
Fremde Lorbeeren
Pong, das legendäre Ballspiel, bei dem zwei Spieler versuchen, mit ihrem Schläger einen Ball öfter zurück zu schlagen als der Kontrahent. Oder sagen wir ein wenig präziser: mit ihrem Balken ein Quadrat öfter zu blocken als der Mitspieler. Zunächst kam das Spiel 1972 als Automatenspiel von Atari auf den Markt – die hatten das Spiel zwar nicht erfunden, aber erfolgreich kopiert, und für den Erfolg und den Ruf, die dem Unternehmen aufgrund des Spieles zuteil wurden, war die knappe Dreiviertelmillion US-Dollar eine Investition, die sich mehr als rentierte. Geradezu beispielhaft für funktionierende Markenpolitik ist der Verkauf der Konsole für zu Hause, da Atari den großen Erfolg nicht in erster Linie durch das Spielkonzept, sondern vor allem durch Marke und Vermarktung hatte, denn der Hersteller des originalen Spiels, Magnavox, floppte mit seiner Heimversion und stellte ihre Produktion 1974 ein.
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