Kinect

Bei Kinect wird definitiv der ganze Körper gefordert

Fällt beim Besuch eines fremden Wohnzimmers ein flaches, schwarzes, durchweg unauffälliges Gerät ohne jeglichen Schnickschnack ins Auge, kann es sich dabei um einen normalen DVD-Player handeln. Muss es aber nicht, besonders dann nicht, wenn sich eine xBox 360 in der Nähe befindet. Im Rausch der immer besseren Ganzkörper-Action verfügt nämlich auch Microsofts Spielkonsole über passendes Zubehör, die das Abzappeln vor dem Fernseher zur Realität werden lässt.

Der Name verrät schon Einiges – eine Geschichte von Physik und Technologie

Die Gesamtenergie eines Systems setzt sich stets aus kinetischer und potenzieller Energie zusammen. Erstere schwebte wohl auch den Herstellern des Kinect-Systems durch den Kopf, als es an die Namensgebung ging. Doch der inhaltliche Zusammenhang ist nicht von der Hand zu weisen, schließlich bedeutet kinetische Energie nichts anderes als Bewegungsenergie, abgeleitet vom griechischen Wort Kinesis für Bewegung.
Kinect ist also eine ganz vortreffliche Bezeichnung für eine Hardware, die so manchen Controller vergessen macht. Die Fähigkeiten des schwarzen Objekts sind dabei durchaus vielfältig. Die Hauptfunktion kommt der Kamera mit Tiefensensor zu, die das Geschehen räumlich erfasst. Eine zusätzliche Farbkamera kümmert sich darum, dass es nicht bei schwarz-grau-weißen Objekten bleibt. Töne und Geräusche werden vom eingebauten Mikrofon aufgenommen, sodass den Kinect-Sinnen wirklich nichts verborgen bleibt. Doch genug der Technik: Da jede Hardware erst mit passender Software Sinn macht, die deren Möglichkeiten ausschöpft, darf natürlich auch ein Blick auf die kinecttauglichen Spiele nicht fehlen.

Auf die Beine, fertig, los

Spieler, die bereits auf anderen Konsolen Erfahrungen mit bewegungslastigen Spielen gemacht haben, müssen bei ihrer ganz persönlichen Kinect-Premiere mitunter ein wenig umdisponieren. Zunächst einmal ist es gewöhnungsbedürftig – wenn auch befreiend – keinen Controller mehr in den Händen zu halten. Körper und/oder Stimme sind nämlich fortan alles, worauf es ankommt.
Einen guten Einstieg stellt EA Sports Active 2 dar, ein klassisches Fitness-Spiel, das zugleich auch mit Zusatzhardware aufwartet: ein Pulsmessgerät, das die ernsten Ambitionen des Spiels unterstreicht. Schweißtreibende Übungen aus der Welt der Aerobic sind nun mit oder ohne Trainer möglich, abhängig vom eigenen Können.
In eine ähnliche Kerbe schlagen Your Shape: Fitness, Zumba Fitness Party oder Fitness Evolved. Sogar der berühmte Dr. Kawashima ist wieder mit von der Partie und steuert Körper- und Gehirnübungen bei. Eine etwas härtere Gangart dagegen wird bei UFC Personal Trainer angeschlagen, wo die echten Trainingsmethoden der Ultimate Fighter in voller Bandbreite durchgearbeitet werden; glücklicherweise jedoch ohne Vollkontakt, denn jeder Realismus hat auch seine vernünftigen Grenzen.