Lips

Singen mit der xBox 360 – Lips

Lippen sind nicht bloß zum Küssen da. Sie sind die Pforte, aus denen Worte in die Welt entweichen, auch die gesungenen Worte, deren Wirkung hinlänglich bekannt ist. Es ist daher beinahe als Huldigung zu verstehen, dass Microsoft sich diesem Thema wörtlich angenommen hat, und zwar mit Lips, dem wohl fortschrittlichsten Karaoke-Spiel für die xBox 360.

Der Rahmen stimmt: gute Idee, noch bessere Umsetzung

Lips ist eines der Spiele, die auf Anhieb nur Gutes versprechen. Einer der vielen Gründe dafür sind zum Beispiel die mitgelieferten Mikrofone. Diese sind kabellos und vermitteln schon bei der ersten Berührung einen hochwertigen Eindruck. Auch die Software offenbart selbst nach kritischer Suche kaum Schwächen. Die Klangerfassung funktioniert absolut einwandfrei, die Songauswahl ist so umfangreich wie brillant, die Inszenierung wirkt weit überdurchschnittlich. Von der Menüführung bis zu den großen Auftritten, die mit zahlreichen Originalvideos veredelt sind, wirkt alles klar durchdacht und einfallsreich designt, auch die Übersicht geht zwischen den vielen funkelnden Einzelbildern niemals verloren. Kurzum, der xBox-Kracher hört sich nicht nur erlesen an, sondern sieht auch so aus.
Doch noch einmal zurück zu den Mikrofonen. Neben ihrem eigentlichen Zweck, der Aufnahme von Lauten, verfügen sie über Bewegungssensoren, mit denen die Bewegung – und damit die Emotionen – des momentanen Hobby-Sängers registriert wird. Eine gute Stimme alleine reicht also nicht mehr für Höchstwertungen. Anders ausgedrückt: Es sind nicht bloß Sänger gefragt, sondern richtige Entertainer – ein schwerwiegender Pluspunkt für das Spiel von iNiS. Die Wirkung dieser Funktion ist kaum zu überschätzen, nötigt sie doch selbst talentierte Sänger dazu, völlig aus sich hinauszugehen und das Wohnzimmer damit in einen leidenschaftlichen Party-Tempel zu verwandeln.

Herausragend: die eigene Playlist nachsingen

So lobenswert all die genannten Aspekte auch sind, gehören sie doch zum aktuellen Standard der Karaoke-Spiele. Dass die Umsetzung jegliche Konkurrenz verblassen lässt, scheint Microsoft nicht genug zu sein. Denn Lips setzt noch einen drauf. Die Möglichkeit, den eigenen MP3-Player anzuschließen und beliebige Lieder nachzusingen, ist zumindest ein absolutes Novum. Starre Vorgaben durch im Spiel vorhandene Lieder sind damit hinfällig – fast schon eine Revolution. Lips kann also mit einem ganz bemerkenswerten Alleinstellungsmerkmal punkten. Darüber hinaus ist genau dieser Modus wohl ein klarer Fingerzeig in Richtung Zukunft. Die Frage, wohin sich der beliebte und wachsende Markt der Karaoke-Spiele bewegt, bekommt durch die Lippen der xBox 360 eine ganz neue Antwortmöglichkeit: genau dorthin nämlich, wonach es dem Konsolen-Sänger gerade dürstet, von Klassik bis Metallica. Die Wahrheit liegt schließlich immer im eigenen MP3-Repertoir