Nintendo 64

Noch einer der ganz alten Dinosaurier ─ Nintendo 64

Schon lange vor seiner Veröffentlichung geisterte der Name Ultra 64 durch die Fachwelt. Auch wenn die Konsole später unter dem moderateren Titel Nintendo 64 auf die Spielerschaft losgelassen wurde, unterstrich der Projektname doch die Ambitionen des Gerätes. Diese wurden immerhin teilweise erfüllt: Mit 33 Millionen verkauften Konsolen blieb der N64 zwar hinter dem S-NES zurück, was allerdings auch an der Markterweiterung durch den Einstieg von Sony lag.

Zwischen Antike und Moderne: der N64 als fließender Übergang

Das Besondere am Nintendo 64 war alleine schon, dass er in technischer Hinsicht gar nicht versuchte, etwas Besonderes zu sein. Wo andere Konsolen der fünften Generation auf CD-Laufwerke umsattelten, hielt Nintendo beim N64 für eine weitere Epoche an den Spielmodulen fest. Im Herzen des kompakten Nintendo-Sprosses schlug erstmals ein 64-Bit-Prozessor, der im Vergleich zum Vorgänger, dem S-NES, flüssige 3D-Grafik ermöglichte. Damit gelang Nintendo gewissermaßen der Brückenschlag zwischen altgedienter Datenträgertechnologie und neuartiger Prozessorarchitektur, was dazu führte, dass der N64 über die Jahre durchaus konkurrenzfähig blieb. Etappenweise gelang es ihm sogar, sich durch hochwertige und lang erwartete Spieletitel in den medialen Vordergrund zu spielen. Das erste Beispiel dafür war Wave Race 64, ein Jetski-Rennspiel mit bis dahin unerreichter Flüssigkeitsdarstellung. Im selben Zeitraum, einige Wochen nach dem Release der Konsole, erschien auch Turok – Dinosaur Hunter, mit dem die Welt der Shooter auf beeindruckende Weise um das Setting der Dinosaurierjagd erweitert wurde. Diese beiden Überraschungserfolge wurden durch Super Mario 64 noch gestärkt, dessen gutes Abschneiden kaum überraschend war. Der wirkliche Höhepunkt der N64-Zeit kam jedoch erst Ende 1998, als The Legend of Zelda: Ocarina of Time weltweit beinahe simultan veröffentlicht wurde. Der Action-Adventure-Rollenspielmix ließ den Helden Link zwischen Kindheit und Erwachsenendasein hin und her springen, was dank der Ocarina, einer magischen Zauberflöte, möglich war. Entsprechend spielten Melodien eine wichtige Rolle im vielleicht epischsten aller Zelda-Abenteuer. Die perfekte Steuerung unterstrich die Genialität des Spiels zudem.

Mit dem Dreizack in der Hand: der N64-Controller

Gerade im Gegensatz zur schlichten Konsole sorgte der Controller des Nintendo 64 für Aufsehen. Seine ungewöhnliche Form mit drei anstelle der bislang üblichen zwei Griffe in Kombination mit der Größe verlieh Spielern schnell das Gefühl, Teil einer größeren Sache zu sein. Die Schultertasten sowie der Trigger-Button, die heutzutage zum Controller-Standard gehören, waren damals die ersten ihrer Art, genau wie das ansteckbare Rumble-Pack, das dem Spieler unmissverständlich zu verstehen gab, wenn er unter Beschuss stand. Für Retro-Fans, denen all das noch nicht genug ist, steht übrigens auch eine goldene Variante des Controllers zur Verfügung, als Reminiszenz an eine wirklich goldene Konsolenzeit: die Zeit des Nintendo 64.