Little Big Planet – von wegen Kleinigkeit!
Viele erfolgreiche Spiele zehren vom Ruhm ihrer Vorgänger, deren Grundgerüst sie in leicht verbesserter Form weitertragen. Little Big Planet ist keines dieser Spiele, denn Little Big Planet ist Innovation in Reinform. Darüber hinaus ist es der Beweis, dass neue Ideen abseits der etablierten Genres nicht nur auf Anklang stoßen können, sondern auch mit großem finanziellen Erfolg verbunden sein können.
Sackjungen und -mädchen: heitere Kreaturen als Hauptdarsteller
Little Big Planet benötigt keine mysteriösen, waffenbewehrten Einzelgänger als Protagonisten. Ganz im Gegenteil: Die Sackboys und Sackgirls sind lustige, wenn auch schwer zu beschreibende Lebensformen, in deren Körper sich der Spieler fortan durch die über 50 Level bewegt. Ein besonderer Augenschmaus sind dabei die Kostüme, mit denen die Sackwesen bekleidet werden können. Das Spiel selbst versteht sich als besondere Form des Jump´n´Runs, in der Geschicklichkeit zwar notwendig ist, aber nur durch die Zugabe von Denkleistung zum Ziel führt.
Auf Newtons Spuren: die Logik ist gefragt
Die Physik, der alle Bewegungen unterliegen, wird in den meisten Spielen nur unterbewusst wahrgenommen. Little Big Planet beschreitet in diesem Punkt jedoch neue Pfade, indem es die Spieler zu einer konsequenten Auseinandersetzung mit den Kräften der Natur führt. Das mag zunächst ein wenig trocken klingen, ist es aber nicht, denn die geniale Einbettung der Physik-Engine in den Rahmen der Abenteuer steht für puren Spielspaß. Um Spielern jeder Altersklasse trotzdem faire Lösungschancen zu bieten, sind die Rätsel häufig alleine durch Intuition lösbar, wenn auch teilweise recht knackig. Das Sprichwort vom Stein des Anstoßes darf auf dem kleinen großen Planeten also durchaus wörtlich genommen werden.
And the winner is: Little Big Planet
Auszeichnungen sind eine feine Sache, vor allem aus Sicht der Entwickler, die dadurch in ihrer Arbeit bestätigt werden. Es ist daher nicht schwer zu vermuten, in welchen Gefühlslagen die Programmierer und Designer von Media Molecule schwelgen. Das kleine, aber gigantische Abenteuer sammelte nämlich Preise wie Sand am Meer, darunter die bedeutenden Titulierungen als Bestes Konsolenspiel 2008, acht Auszeichnungen bei den 12th Interactive Achievement Awards, sechs Siegen bei den GAME British Academy Video Games Awards 2008 sowie einem Preis im selben Wettbewerb des Folgejahres. Die Zahl der Nominierungen ist logischerweise noch um einiges länger und erklärt durchaus den millionenfachen Erfolg des kreativen Meisterwerks.